„Kur" klingt nach Sanatorium, weißen Bademänteln und drei Wochen Abwesenheit vom Alltag. Gemeint ist in der Hildegard-Tradition etwas viel Schlichteres: ein festgelegter Zeitraum, in dem man etwas regelmäßig und bewusst tut – und der ein Ende hat.
Genau das unterscheidet eine Kur von einer Gewohnheit. Sie ist begrenzt. Diese Seite erklärt, welche Formen es gibt, wie lange sie jeweils dauern, was vorher zu klären ist und welche Produkte dazugehören.
Was eine Kur ausmacht
Drei Merkmale, die für jede Form gelten:
- Ein fester Zeitraum. Anfang und Ende stehen vorher fest. Eine Kur „bis auf Weiteres" ist keine Kur.
- Ein fester Rhythmus. Täglich, zur gleichen Zeit, an dieselbe Gewohnheit gekoppelt. Das ist der Teil, an dem die meisten scheitern – nicht am Inhalt.
- Ein klarer Abschluss. Danach ist Pause. In der Tradition ist die Kur ein Einschnitt im Jahreslauf, kein Dauerzustand.
Die drei Wege
Wer „Hildegard-Kur" sucht, meint meist eine von drei ziemlich unterschiedlichen Sachen. Der Einstieg wird deutlich einfacher, wenn man sich zuerst für eine entscheidet.
1. Die Trank-Kur
Die niedrigschwelligste Form und für die meisten der richtige Anfang. Man wählt einen Kräutertrank und nimmt ihn über einen zusammenhängenden Zeitraum – nach Etikettangabe, täglich, ohne weitere Umstellung im Alltag.
Die Kurpackungen enthalten jeweils sechs Flaschen und sind genau dafür geschnitten. Gegenüber sechs Einzelflaschen ist das spürbar günstiger:
- BIO-Wermuttrank (Kur) – der Klassiker, herb
- BIO-Petersilientrank (Kur) – kräuterig-würzig
- Bio-Brombeertrank (Kur) – milder Einstieg
- Bio-Maulbeertrank (Kur) – fruchtig, einer der mildesten
- Hirschzungenkräutertrank (Kur) – kräuterbetont
- Wasserlinsen-Kräutertrank (Kur) – grün-kräuterig
- Gundelrebenkräutertrank (Kur) – gewürzbetont
- Muskatellersalbeitrank (Kur) – aromatisch-würzig
- Juractiv (Kur) – die vielschichtigste Rezeptur
Tipp für den ersten Versuch: Kaufen Sie zuerst eine Einzelflasche desselben Tranks. Der Geschmack dieser Zubereitungen ist ungewohnt – sechs Flaschen von etwas, das Ihnen nicht zusagt, sind ärgerlich. Eine Übersicht aller Varianten finden Sie bei den Kräutergetränken.
2. Die Fastenkur
Die aufwendigste Form: eine mehrtägige Umstellung der Ernährung mit Entlastungstagen davor und Aufbautagen danach. Das braucht eine ruhige Woche und lässt sich nicht nebenbei einschieben.
Wichtig: Fasten ist nicht für jeden geeignet. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, chronischer Erkrankung, Untergewicht oder einem gestörten Essverhalten in der Vorgeschichte gehört die Entscheidung vorher in ärztliche Hände.
Typische Begleiter dieser Form sind Dinkelzubereitungen wie die Bio-Dinkel-Cremesuppe, Dinkelschmelzflocken und Dinkelkaffee als Ersatz für den Morgenkaffee.
3. Die zusammengestellte Saisonkur
Für alle, die sich die Zusammenstellung sparen wollen: fertige Pakete, in denen Tränke, Gewürze und weitere Produkte bereits aufeinander abgestimmt sind.
Wer erst einmal in kleinerem Rahmen hineinschnuppern möchte, findet im Startpaket eine deutlich günstigere Zusammenstellung von sieben Klassikern.
Dauer: was wie lange dauert
| Form | Typischer Zeitraum | Aufwand im Alltag |
|---|---|---|
| Trank-Kur | Mehrere Wochen, abhängig von der Etikettangabe | Minimal – ein fester Zeitpunkt am Tag |
| Fastenkur | 3–7 Tage, plus Entlastungs- und Aufbautage | Hoch – braucht eine ruhige Woche |
| Saisonkur | Nach beiliegender Anleitung | Mittel |
Bei allen Formen gilt: Maßgeblich sind die Angaben auf dem jeweiligen Etikett beziehungsweise in der Paketbeilage. Sie sind auf die konkreten Produkte abgestimmt.
Wann im Jahr?
In der Klostertradition war der Jahreslauf der Taktgeber – aus praktischen Gründen: Man verarbeitete, was gerade verfügbar war.
Zwei Zeitpunkte sind geblieben. Das Frühjahr, traditionell zwischen Aschermittwoch und Ostern, in dem der Wermuttrank seinen festen Platz hat. Und der Herbst, nach der Ernte und vor der dunklen Jahreszeit. Der Jahreswechsel funktioniert ebenfalls gut – schlicht, weil viele ohnehin etwas verändern wollen.
Vorbereitung: fünf Punkte vorher klären
- Passt der Zeitraum? Umzug, Prüfungsphase oder Projektabgabe sind schlechte Fenster. Wählen Sie einen ruhigen Abschnitt.
- Etikett und Zutatenliste lesen – vor dem Kauf, nicht nach der Lieferung. Besonders bei Allergien und Unverträglichkeiten.
- Alkoholgehalt prüfen. Ein Teil der Tränke ist weinhaltig.
- Rücksprache halten, wenn Sie schwanger sind oder stillen, regelmäßig Medikamente nehmen, eine chronische Erkrankung haben oder in Behandlung sind.
- Einen festen Zeitpunkt festlegen und ihn an eine bestehende Gewohnheit koppeln. Das ist der einzige Trick, der zuverlässig funktioniert.
Häufige Fragen
Welche Kur ist die richtige für den Anfang?
Die Trank-Kur. Sie verlangt keine Umstellung des Alltags und lässt sich jederzeit beginnen.
Wie oft im Jahr?
Üblich ist ein- bis zweimal jährlich, gebunden an Frühjahr und Herbst. Eine Kur ist ein Einschnitt, kein Dauerzustand.
Kann ich zwei Kuren kombinieren?
Halten Sie sich an die Etikettangaben der jeweiligen Produkte und klären Sie Kombinationen im Zweifel ärztlich ab.
Muss ich während der Kur etwas weglassen?
Bei der Trank-Kur nicht. Die Fastenkur ist ihrem Wesen nach eine Ernährungsumstellung – dort gehört der Verzicht dazu.
Was kostet eine Kur?
Die Trank-Kurpackungen mit sechs Flaschen liegen deutlich unter dem Preis von sechs Einzelflaschen. Die fertigen Saisonpakete sind umfangreicher zusammengestellt und entsprechend höher angesetzt.
Was, wenn ich abbrechen möchte?
Dann brechen Sie ab. Eine Kur ist eine freiwillige Sache – und bei Unwohlsein ist Aufhören die richtige Entscheidung, nicht Durchhalten.
Weiter im Sortiment
Alle Kurpakete finden Sie unter Kuren nach Hildegard. Die einzelnen Tränke stehen bei den Kräutergetränken, die passenden Gewürze unter Gewürze nach Hildegard und die Grundlagen für die Küche bei den Dinkelprodukten.