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Harnwegsinfekte – was die Klostertradition nach Hildegard von Bingen dazu überliefert

Harnwegsinfekte – was die Klostertradition nach Hildegard von Bingen dazu überliefert

Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt – Frauen sind deutlich öfter betroffen als Männer, manche kennen das Problem nur zu gut als wiederkehrende Begleiterscheinung bestimmter Lebensphasen. Wer dabei nicht sofort zum Antibiotikum greifen möchte oder nach begleitenden Maßnahmen sucht, fragt sich oft, was ältere Traditionen dazu zu sagen haben.

Hildegard von Bingen hat sich in ihren Schriften mit Beschwerden der Blase und der Harnwege befasst. Was sie überliefert hat, was die Klostertradition dazu kennt und welche Pflanzen in diesem Zusammenhang traditionell eine Rolle spielten – darum geht es auf dieser Seite.

Wichtiger Hinweis vorab: Ein Harnwegsinfekt ist eine bakterielle Infektion, die ärztliche Abklärung erfordert. Die Inhalte dieser Seite ersetzen keine medizinische Diagnose und keine ärztliche Behandlung. Bei Beschwerden bitte immer zuerst einen Arzt aufsuchen.

Harnwegsinfekte – kurze Einordnung

Als Harnwegsinfekt bezeichnet man eine Infektion der ableitenden Harnwege – also der Harnröhre, der Blase, und in schwereren Fällen auch der Nieren. Die häufigste Form ist die unkomplizierte Blasenentzündung (Zystitis), die sich durch Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang und ein Druckgefühl im Unterleib bemerkbar macht.

Frauen sind anatomisch bedingt deutlich häufiger betroffen als Männer – die kürzere Harnröhre macht es Bakterien leichter, in die Blase aufzusteigen. Besonders häufig treten Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft, nach den Wechseljahren und bei Menschen mit geschwächtem Allgemeinzustand auf.

Was sagt die Hildegard-Tradition zu Blasenbeschwerden?

In Hildegards Werk Causae et Curae finden sich Abschnitte zu Beschwerden, die wir heute dem Harntrakt zuordnen würden. Hildegard dachte dabei nicht in modernen Diagnosekategorien, sondern in den Begriffen der Vier-Säfte-Lehre und des Gleichgewichts zwischen Wärme und Kälte im Körper.

Beschwerden im Blasenbereich brachte sie häufig mit Kälte und Feuchtigkeit in Verbindung – also einem Überschuss an „kalten" Säften, wie sie es in ihrer Sprache beschrieb. Die Überlieferung empfahl in solchen Fällen wärmende Kräuter und Pflanzen sowie ausreichend Flüssigkeit.

Mehr zum Grundprinzip von Hildegards Denken findest du im Blogartikel zur Vier-Säfte-Lehre.

Kräuter der Klostertradition bei Blasenbeschwerden

Verschiedene Pflanzen tauchen in der Überlieferung der Klostermedizin im Zusammenhang mit Blase und Harnwegen auf. Einige davon kennt auch die moderne Pflanzenkunde gut, andere sind weniger bekannt.

Schafgarbe

Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eines der ältesten Kräuter der europäischen Klostertradition. Sie wird in verschiedenen überlieferten Quellen bei Beschwerden des Unterleibs erwähnt. Hildegard schätzte die Pflanze und beschrieb sie als nützlich in verschiedenen Zusammenhängen. Unser Schafgarbenkraut geschnitten und Schafgarbenkrautpulver sind nach der Überlieferung hergestellt. Mehr im Blogartikel zur Schafgarbe.

Gundelrebe

Gundelrebe (Glechoma hederacea) – auch Gundermann genannt – ist ein klassisches Klosterkraut, das in der mittelalterlichen Überlieferung häufig bei Beschwerden der Harnwege und der Nieren erwähnt wird. In der Hildegard-Tradition wird die Pflanze als warm und trocknend beschrieben. Unser Gundelrebenkräutertrank greift diese Tradition auf.

Petersilie

Petersilie (Petroselinum crispum) gilt in der Klostertradition als wärmend und wurde traditionell bei Beschwerden der Harnwege eingesetzt. In der Überlieferung findet sich der Hinweis, dass Petersilie die Nieren und die Blase unterstütze. Unser Bio-Petersilientrank ist nach dieser Tradition hergestellt.

Brennnessel

Brennnessel (Urtica dioica) ist eines der bekanntesten Wasserpflanzen der europäischen Volksmedizin. In der Klostertradition wurde sie als entwässernd und reinigend beschrieben – sie rege die Nierentätigkeit an und fördere die Ausscheidung. Unser Hildegards Brennnessel-Walnuss-Elixier vereint Brennnessel mit weiteren Kräutern der Überlieferung. Mehr im Blogartikel zum Brennesselsaft.

Odermennig

Odermennig (Agrimonia eupatoria) findet sich in der Klostermedizin häufig in Verbindung mit Nieren und ableitenden Harnwegen. Die Pflanze wurde als zusammenziehend und klärend beschrieben. Unsere Odermennig-Lutschtabletten greifen diese Tradition auf.

Bohnenkraut

Bohnenkraut (Satureja hortensis) ist in der Hildegard-Überlieferung als wärmendes Küchenkraut beschrieben. In der Klostertradition wurde es auch bei Blasenbeschwerden eingesetzt, da man ihm wärmende und trocknende Eigenschaften zuschrieb – genau das, was die Überlieferung bei kältebedingten Beschwerden empfahl. Mehr im Blogartikel zum Bohnenkraut.

Trinken – das Wichtigste in der Überlieferung

Egal welche Quelle man betrachtet – ausreichend Trinken steht in der gesamten Klostertradition ganz oben, wenn es um Blasenbeschwerden geht. Die Idee dahinter ist einfach: Viel Flüssigkeit spült die Harnwege durch und verdünnt den Urin.

In der Hildegard-Tradition wurde dafür vor allem warmes Wasser oder Kräutertee empfohlen – kein kaltes Wasser, das als ungünstig für den Körper galt. Besonders gut geeignet waren nach der Überlieferung Kräutertees aus wärmenden Pflanzen.

Unser JURA Energietee sowie verschiedene Kräutertees aus unserem Sortiment passen gut in dieses Konzept. Eine Übersicht aller Kräutergetränke findest du in der Kräutergetränke-Collection.

Wärme – ein zentrales Prinzip der Klostertradition

In Hildegards Denken spielt Wärme eine besondere Rolle. Kälte galt ihr als Auslöser vieler Beschwerden – und das gilt in der Überlieferung besonders für den Unterleibsbereich. Die praktische Konsequenz war einfach: Wärme von außen und innen.

Das bedeutete konkret:

  • Warme Getränke statt kalter
  • Wärmende Kräuter in Tee und Speisen
  • Wärme von außen – etwa durch Kompressen oder Wärmeauflagen im Unterleibsbereich
  • Verzicht auf Kälteexposition, besonders im Bereich des Unterleibs und der Füße

Dieses Prinzip findet sich nicht nur bei Hildegard, sondern durch die gesamte Geschichte der europäischen Klostermedizin.

Ernährung bei Blasenbeschwerden nach der Klostertradition

Hildegard legte großen Wert auf die Ernährung als Basis für alles andere. Bei Blasenbeschwerden empfahl die Überlieferung:

  • Dinkel als Hauptgetreide: Hildegards Grundempfehlung für alle Beschwerden. Leicht verdaulich, wärmend, dem Körper zuträglich. Mehr auf der Dinkelseite.
  • Schonkost in akuten Phasen: Leichte, gut verträgliche Kost, die den Körper nicht zusätzlich belastet. Mehr unter Schonkost nach Hildegard.
  • Wärmende Gewürze: Galgant, Bertram und Bohnenkraut galten als wärmende Küchenkräuter, die den Körper von innen wärmen sollten.
  • Verzicht auf Kaltes und Rohkost in akuten Phasen – beides galt als Kältelieferant.

Kräutertränke aus der Hildegard-Tradition

Kräutertränke – fertig zubereitete Kräuterauszüge – sind ein fester Bestandteil der Hildegard-Tradition bei JURA. Sie ermöglichen eine einfache, alltagstaugliche Anwendung der überlieferten Kräuterkombinationen ohne aufwendige Eigenherstellung.

Besonders relevant im Kontext Harnwege und Nieren:

Häufig gestellte Fragen

Was empfahl Hildegard von Bingen bei Blasenbeschwerden?

In der Überlieferung stehen wärmende Maßnahmen im Vordergrund – warme Kräutertees, wärmende Gewürze wie Galgant und Bertram, Wärme von außen im Unterleibsbereich und leichte Schonkost. Kälte galt Hildegard als ungünstig. Als Kräuter nannte die Klostertradition unter anderem Schafgarbe, Gundelrebe, Petersilie und Brennnessel.

Welche Kräuter stehen in der Klostertradition mit den Harnwegen in Verbindung?

Gundelrebe, Petersilie, Brennnessel, Schafgarbe, Odermennig und Bohnenkraut tauchen in der Überlieferung der Klostermedizin im Zusammenhang mit Blase und Nieren auf. Sie wurden je nach Tradition als Tee, Trank oder Gewürz eingesetzt.

Kann ich Kräutertees bei einem Harnwegsinfekt trinken?

Kräutertees können begleitend eingesetzt werden, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Ein Harnwegsinfekt ist eine bakterielle Infektion – bei Beschwerden bitte zuerst einen Arzt aufsuchen, besonders wenn Fieber, Rückenschmerzen oder starke Beschwerden auftreten, die auf eine Beteiligung der Nieren hinweisen könnten.

Warum sind Frauen häufiger von Harnwegsinfekten betroffen?

Die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer als die männliche – das macht es Bakterien leichter, in die Blase aufzusteigen. Zusätzlich liegen Harnröhrenausgang und After anatomisch näher beieinander. Hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft oder nach den Wechseljahren, können die Anfälligkeit zusätzlich erhöhen.

Was bedeutet „wärmende Kräuter" in der Hildegard-Tradition?

In Hildegards Vorstellungswelt hatten alle Nahrungsmittel und Kräuter eine thermische Qualität – sie waren warm, kalt, feucht oder trocken. Wärmende Kräuter wie Galgant, Bertram oder Bohnenkraut galten als geeignet, um kältebedingte Beschwerden auszugleichen. Das ist kein physikalisches Konzept im modernen Sinne, sondern ein medizintheoretisches Ordnungsprinzip des Mittelalters.

Gibt es Kuren nach Hildegard, die sich mit dem Harntrakt befassen?

Eine spezifische Kurpackage für den Harntrakt gibt es bei uns nicht. Wer eine bewusste Anwendungsphase mit Kräutertränken plant, schaut am besten in unsere Kräutergetränke-Collection oder wendet sich direkt an uns. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist immer ärztlicher Rat gefragt.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite basieren auf den überlieferten Schriften und der Klostertradition nach Hildegard von Bingen. Sie ersetzen keine medizinische Beratung und keine ärztliche Behandlung. Bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt – besonders bei Fieber oder Flankenschmerzen – bitte sofort einen Arzt aufsuchen.