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Habermus nach Hildegard von Bingen: Original-Rezept und Zubereitung

Habermus nach Hildegard von Bingen: Original-Rezept und Zubereitung

Von allen Gerichten der Hildegard-Küche ist Habermus das einzige, das es zu echter Bekanntheit gebracht hat. Es steht in Drogerien im Regal, taucht in Frühstücksratgebern auf, und viele kennen es, ohne je etwas von der Klostertradition gehört zu haben.

Dieser Beitrag erklärt, was Habermus eigentlich ist, woher der Name kommt, wie das klassische Rezept geht und welche Varianten sich bewährt haben.

Was ist Habermus?

Habermus ist ein warmer Getreidebrei. Der Name stammt aus dem Süddeutschen: „Haber" ist die alte Form von Hafer, „Mus" bezeichnet einen dicken Brei. Wörtlich heißt Habermus also Haferbrei — und historisch war es genau das, ein einfaches Alltagsessen aus dem, was der Acker hergab.

Das Habermus, das man heute mit Hildegard von Bingen verbindet, ist eine Dinkelvariante. Zur ehrlichen Einordnung gehört: Hildegard hat kein Rezept unter diesem Namen hinterlassen. Was ihre Schriften überliefern, ist die Wertschätzung für Dinkel als Getreide. Die Verbindung von süddeutschem Breigericht und Dinkel zum „Dinkel-Habermus" ist eine spätere Zusammenstellung — inzwischen aber so etabliert, dass sie ihre eigene Tradition begründet hat.

Das Grundrezept

Für 2 Portionen, Zubereitungszeit etwa 10 Minuten.

Zutaten

Zubereitung

  • Dinkelhabermus mit Wasser und Salz in einen Topf geben und unter Rühren aufkochen.
  • Hitze reduzieren und 5 Minuten quellen lassen, dabei gelegentlich umrühren.
  • Topf vom Herd nehmen. Apfel kleinschneiden und unterheben.
  • Die Gewürze erst jetzt einrühren. Galgant, Bertram und Zimt verlieren beim Kochen ihr Aroma — sie gehören in den fertigen Brei, nicht in den Topf.
  • Mit Honig abschmecken und zwei bis drei Minuten stehen lassen. Der Brei zieht dabei noch nach.

Zur Konsistenz: Zu fest? Einen Schuss heißes Wasser einrühren. Zu flüssig? Zwei Minuten länger quellen lassen. Der Brei dickt beim Abkühlen deutlich nach — lieber etwas flüssiger vom Herd nehmen als zu fest.

Varianten

Mit Milch statt Wasser

Macht den Brei cremiger und milder. Das Verhältnis bleibt gleich, nur die Hitze etwas niedriger halten und häufiger rühren — Milch brennt schneller an. Auch Hafer-, Mandel- oder Dinkelmilch funktionieren.

Am Abend

Habermus wird traditionell als Frühstück gegessen, ist als Abendessen aber ebenso gebräuchlich. Wer es abends isst, lässt Obst und Honig meist weg und würzt herzhafter — nur mit Bertram und einer Prise Salz.

Über Nacht eingeweicht

Wer morgens keine Zeit hat, setzt den Brei abends kalt an: Habermus mit Wasser übergießen, über Nacht in den Kühlschrank, morgens kurz aufwärmen. Spart am Morgen fünf Minuten und macht den Brei etwas milder.

Mit anderen Dinkelprodukten

Zutat Ergebnis
Dinkelhabermus Die klassische Mischung, direkt einsetzbar
Dinkelflocken Kerniger, mit mehr Biss
Dinkelschmelzflocken Sehr fein, schnellste Zubereitung
Dinkelgriess Cremig, fast puddingartig

Die Gewürze

Was das Habermus von einem gewöhnlichen Porridge unterscheidet, sind die Gewürze der Klostertradition. Drei sind üblich:

  • Galgant — warm und ingwerartig, die prägende Note.
  • Bertram — mild-erdig mit einem deutlichen Prickeln auf der Zunge. Beim ersten Mal sparsam dosieren, das Prickeln überrascht.
  • Zimt — feiner Ceylon-Zimt, rundet ab.

Wer möchte, gibt eine Prise Muskatnuss dazu — hier gilt allerdings: bei der Prise bleiben, Muskat ist das empfindlichste Gewürz im Schrank.

Für die süße Variante lässt sich der Honig auch durch Edelkastanienmehl in Honig ersetzen — das gibt dem Brei zusätzlich eine nussige Note.

Praktische Hinweise

  • Größere Menge kochen lohnt sich. Habermus hält sich abgedeckt zwei bis drei Tage im Kühlschrank und lässt sich mit einem Schuss Wasser problemlos aufwärmen.
  • Gewürze in ein kleines Glas vormischen. Wer Galgant, Bertram und Zimt einmal im richtigen Verhältnis anrührt, spart sich morgens drei Gläser.
  • Nicht zu lange kochen. Fünf Minuten reichen. Länger macht den Brei nur klebrig.
  • Trocken und dunkel lagern. Die 1-kg-Packung reicht bei täglichem Frühstück etwa drei Wochen.

Häufige Fragen

Was genau ist Habermus?

Ein warmer Getreidebrei. Der Name kommt aus dem Süddeutschen: „Haber" ist die alte Form von Hafer, „Mus" ein dicker Brei. Die heute verbreitete Variante wird aus Dinkel gemacht.

Ist Habermus dasselbe wie Porridge?

Vom Prinzip her ja — gekochter Getreidebrei. Der Unterschied liegt im Getreide (Dinkel statt Hafer) und in den Gewürzen der Klostertradition.

Wie lange muss Habermus kochen?

Etwa 5 Minuten bei niedriger Hitze. Aufkochen, Hitze reduzieren, quellen lassen.

Kann man Habermus mit Milch machen?

Ja. Milch macht ihn cremiger. Dann niedriger erhitzen und häufiger rühren, weil Milch schneller anbrennt.

Isst man Habermus morgens oder abends?

Üblich ist das Frühstück, abends geht aber genauso. Für den Abend lassen viele Obst und Honig weg.

Wo bekommt man Habermus?

Fertige Dinkelhabermus-Mischungen gibt es im Reformhaus, in Drogeriemärkten und online. Man kann es auch aus Dinkelflocken oder Dinkelgriess selbst zusammenstellen.

Wie lange hält gekochtes Habermus?

Abgedeckt im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Zum Aufwärmen einen Schuss Wasser dazugeben.

Fazit

Habermus ist unaufwendige Küche: ein Topf, fünf Minuten, drei Gewürze. Der wichtigste Handgriff ist der unscheinbarste — die Gewürze erst nach dem Kochen einzurühren. Wer das beherzigt, schmeckt den Unterschied zu jedem beliebigen Porridge sofort.

Weitere Zubereitungen aus derselben Küche stehen auf der Seite Rezepte und Gewürzmischungen nach Hildegard von Bingen, das gesamte Getreidesortiment unter Dinkelprodukte. Mehr über das Getreide selbst steht auf der Seite Dinkel – Hildegard von Bingens liebstes Getreide.

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