Recette originale d'Hildegard depuis 45 ans

Recommandé par les naturopathes et les médecins

Quittengelee – Das klassische Rezept nach Omas Art

Wenn im Oktober die Quitten an alten Bäumen hängen, sieht man sie schon von Weitem. Dieses tiefe Gelb, dieser matte Flaum auf der Schale, dieses Gewicht, das eine reife Quitte in die Hand legt. Wer je frisch geerntete Quitten in der Küche liegen hatte, kennt den Duft – schwer, süßlich, ein bisschen wie Ananas und Birne zusammen. Und dann gibt es einen sehr klassischen Weg, wie man das Beste aus dieser eigenartigen Frucht bekommt: Quittengelee. Ein Klassiker in tiefem Bernstein-Orange, der auf jeder Frühstücksbrote-Bühne eine kleine Sensation ist. Wie er zuverlässig gelingt, was du dazu brauchst und woran du erkennst, ob du etwas falsch machst – hier steht es.

Warum Quitten so besonders sind

Kurz vorweg, weil viele Menschen die Quitte nur noch aus dem Supermarkt-Regal kennen (wenn überhaupt). Die Quitte ist eine der ältesten Kulturfrüchte Europas, aus dem Kaukasus über den Mittelmeerraum bis zu uns gewandert. Roh ist sie fast ungenießbar – hart, herb, adstringierend. Gekocht verwandelt sie sich komplett. Weich, tief-fruchtig, mit einem Aroma, das an Apfel, Birne, ein bisschen Rose und ein bisschen Honig erinnert. Kein anderes Obst schmeckt so.

Was die Quitte für Gelee prädestiniert: Sie enthält sehr viel Pektin, das natürliche Geliermittel in Früchten. Deshalb geliert Quittengelee zuverlässiger als fast jedes andere Fruchtgelee. Nur zwei Sachen können schiefgehen – dazu weiter unten mehr.

Das klassische Rezept: Quittengelee aus frischen Quitten

Zutaten für etwa 4 bis 5 Gläser à 250 ml

Zutat Menge
Reife Quitten 1,5 kg
Wasser etwa 1 Liter (zum Aufkochen der Quitten)
Gelierzucker 2:1 500 g auf 1 Liter Quittensaft
Optional: Saft einer halben Zitrone zum Aromaausgleich
Optional: 1 Stange Zimt oder ein Stück frischer Ingwer für Aromavarianten

Ein wichtiger Punkt vorweg: Das Verhältnis Gelierzucker zu Saft hängt davon ab, welchen Zucker du verwendest. Beim klassischen Gelierzucker 2:1 kommt auf 1 Liter Saft die genannten 500 g. Bei Gelierzucker 3:1 wären es rund 335 g – wenig Zucker, aber die Konsistenz wird weicher und die Haltbarkeit kürzer. Bei Gelierzucker 1:1 dagegen 1 kg auf 1 Liter Saft – das war Omas klassische Variante, für den heutigen Geschmack meistens zu süß.

Zubereitung Schritt für Schritt

1. Quitten vorbereiten. Den weißen Flaum der Quitten unter fließend Wasser mit einem sauberen Küchentuch oder einer weichen Bürste gründlich abreiben. Der Flaum ist bitter, wenn er mitkocht. Danach in grobe Stücke schneiden – etwa Vierteil oder Achtel. Kerngehäuse dranlassen! Das enthält viel Pektin und Aroma. Schälen musst du sie nicht, nur die schadhaften Stellen ausschneiden.

2. Quitten kochen. Die Quittenstücke in einen großen Topf geben und mit Wasser bedecken – etwa so viel, dass die Früchte gerade unter Wasser stehen. Aufkochen und dann etwa 45 bis 60 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Quitten weich sind. Sie sollen zerfallen, aber nicht verkochen.

3. Saft gewinnen. Die weichgekochte Masse in ein feines Passiertuch oder Geleetuch geben, das über einer großen Schüssel hängt. Über Nacht abtropfen lassen. Das dauert – aber Geduld zahlt sich hier direkt aus. Nicht drücken oder auspressen! Sonst wird das Gelee trüb. Klarer, goldgelber Saft ist das Ziel.

4. Saft messen. Am nächsten Tag den gewonnenen Saft in einem Messbecher abmessen. Aus 1,5 kg Quitten bekommt man üblicherweise etwa 800 ml bis 1 Liter Saft – je nach Reife und Sorte.

5. Gelieren. Den Saft mit dem entsprechenden Gelierzucker in einem großen Topf verrühren. Kalt anrühren, dann bei stärkerer Hitze aufkochen. Sobald es sprudelnd kocht, unter Rühren genau vier Minuten bei starker Hitze weiterkochen. Nicht länger – sonst gerinnt das Pektin. Zwischendurch entstehenden Schaum abschöpfen.

6. Gelierprobe. Bevor du abfüllst: einen kalten Teller aus dem Kühlschrank holen, einen Teelöffel Gelee darauf geben, kurz warten. Wird der Gelee-Tropfen nach 20 Sekunden fest und wackelig, ist alles gut. Bleibt er flüssig, noch zwei Minuten weiterkochen und erneut testen.

7. Abfüllen. Sofort in vorbereitete, sterilisierte Gläser füllen – am besten randvoll. Sofort verschließen und für zehn Minuten auf den Kopf stellen. Das schafft ein Vakuum und die Deckel ziehen sich fest.

Quittengelee aus Saft – die schnelle Variante

Wenn du bereits fertigen Quittensaft hast (zum Beispiel aus dem Dampfentsafter oder gekauften Bio-Direktsaft), ist die Sache in unter einer halben Stunde erledigt:

  • 1 Liter Quittensaft
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • Saft einer halben Zitrone

Alles verrühren, aufkochen, vier Minuten sprudelnd kochen, Gelierprobe, in Gläser abfüllen. Fertig. Das ist die pragmatische Landfrauen-Variante – nicht schlechter, nur schneller. Wer einen Dampfentsafter hat, kann übrigens direkt entsaften: einfach die zerkleinerten Quitten mit Kerngehäuse in den oberen Behälter geben, Wasser einfüllen, Saft laufen lassen. Sehr klarer, sehr aromatischer Saft.

Bestes Quittengelee: die kleinen Feinheiten

Ein paar Tricks, die den Unterschied machen zwischen "gutem" und "so-hätte-Oma-es-gemacht"-Gelee:

Kerngehäuse dranlassen. Das ist der wichtigste Punkt. Die Kerne und das Gehäuse enthalten den Großteil des Pektins. Wer die Quitten mühsam schält und entkernt, macht sich unnötige Arbeit und bekommt schwächeres Gelee. Also: nur waschen, grob schneiden, Kerngehäuse dran.

Zitronensaft dazu. Ein Schuss Zitrone hebt das Aroma und hilft der Geliereigenschaft. Nicht viel – der Saft einer halben Zitrone auf einen Liter Quittensaft reicht.

Nicht drücken. Der abtropfende Saft soll klar bleiben. Wer die Quittenmasse durch das Tuch presst, bekommt zwar mehr Saft, aber ein trübes Gelee. Für das kristallklare Bernstein-Bild lieber Geduld haben.

Wirklich sprudelnd kochen. Vier Minuten heißt vier Minuten heftig sprudelnd. Nicht bei mittlerer Hitze köcheln. Das aktiviert das Pektin richtig.

Aromavarianten: Klassisch und einfallsreich

Das Grundrezept ist die Basis. Wer Lust hat, kann kleine Nuancen einbauen – hier ein paar Klassiker, die alle gut funktionieren:

Variante Was du machst
Klassisch pur Nur Quittensaft, Gelierzucker und Zitronensaft
Mit Vanille Eine ausgekratzte Vanilleschote mit dem Saft aufkochen
Mit Zimt Eine Stange Zimt beim Aufkochen mitziehen lassen
Mit Ingwer Ein daumengroßes Stück Ingwer in Scheiben mitkochen, vor dem Abfüllen entfernen
Mit Orange Statt Zitrone einen Schuss frisch gepressten Orangensaft und etwas Schale
Mit Alkohol Vor dem Abfüllen 2 EL Calvados, Grappa oder Cognac zugeben
Weihnachtlich gewürzt Zimt, eine Nelke und ein Sternanis – aber sparsam

Alle Varianten funktionieren mit dem Grundrezept. Die Aromen beim Aufkochen zugeben, vor dem Abfüllen die groben Stücke wieder rausfischen.

Wenn das Gelee nicht fest wird

Der häufigste Notruf beim Quittengelee: "Es bleibt flüssig!" Kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen lässt sich das reparieren.

Woran es liegen kann

  • Nicht lange genug gekocht – zu wenig Wasser verdampft, Pektin nicht aktiviert
  • Zu wenig Gelierzucker verwendet
  • Sehr reife oder überreife Quitten mit weniger Pektin
  • Ohne Kerngehäuse gekocht
  • Zu lange gekocht (dann zerfällt das Pektin)

So rettest du zu weiches Gelee

Das Gelee zurück in den Topf, nochmal aufkochen und pro Liter zwei bis drei zusätzliche Gramm Pektin (zum Beispiel Apfelpektin oder ein Päckchen Gelfix) einrühren. Erneut sprudelnd zwei bis drei Minuten kochen, Gelierprobe machen, dann heiß in neue oder ausgekochte Gläser abfüllen. Meistens klappt es beim zweiten Versuch.

Wenn es trotzdem nicht will: Der "Flop" ist immer noch ein wunderbarer Sirup für Getränke oder als Sauce zu Wild.

Quittengelee ohne Gelierzucker

Wer den Zucker reduzieren will oder ganz vermeiden möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Mit Apfelpektin (im Bioladen erhältlich) statt Gelierzucker – dann steuerst du die Zuckermenge selbst
  • Mit Agar-Agar für eine vegane Variante – hier gelten andere Regeln, die Packungsangaben genau beachten
  • Mit deutlich reduzierter Zuckermenge und einem Teil normalem Zucker – aber deutlich kürzere Haltbarkeit

Wichtig: Zucker ist beim traditionellen Gelee nicht nur Geschmack, sondern auch Konservierungsmittel. Weniger Zucker heißt: weniger Haltbarkeit, unbedingt in den Kühlschrank nach dem Öffnen und schneller verbrauchen.

Quittengelee im Thermomix

Für alle mit Thermomix ist Quittengelee eine sehr dankbare Aufgabe. Grober Ablauf mit fertigem Saft:

  1. 500 ml Quittensaft und 250 g Gelierzucker 2:1 in den Mixtopf
  2. 10 Minuten bei 100 °C auf Stufe 1 kochen
  3. Danach nochmal 4 Minuten bei Varoma auf Stufe 1 sprudelnd kochen lassen
  4. Gelierprobe, dann direkt aus dem Mixtopf in Gläser abfüllen

Die Mengen entsprechend anpassen – der Mixtopf sollte nicht zu voll sein, sonst kann der heiße Saft überkochen.

Quittengelee ohne Entsafter

Falls du keinen Entsafter hast: kein Problem. Das oben beschriebene Grundrezept mit dem Passiertuch funktioniert genau ohne technisches Gerät. Ein sauberes, feinmaschiges Baumwolltuch oder ein spezielles Geleetuch, das über einer Schüssel hängt, reicht völlig aus. Ein wenig geduldiger als mit Entsafter – aber technisch anspruchslos.

Verwendung: Was du mit Quittengelee alles machen kannst

Quittengelee ist mehr als Brotaufstrich. Ein paar Verwendungsideen aus der Küchenpraxis:

  • Zu Käse – besonders zu kräftigen Sorten wie Manchego, Comté oder einem gereiften Ziegenkäse
  • Auf einem Kaltschnittenteller mit Wild oder Ente
  • In Vinaigretten – ein Teelöffel gibt Frucht und Bindung
  • Als Glasur für einen gebackenen Käsekuchen
  • Als Sauce zu Wildgeflügel oder Ente
  • In Joghurt oder Quark, ein Löffel reicht
  • In heißem Wasser aufgelöst als Fruchtgetränk
  • Als klassischer Aufstrich auf einem Butterbrot

Wer Kuchen backt, kann Quittengelee als Fruchtfüllung in Rührteig-Böden oder als Schicht in einer Torte verwenden. Auch als Glasur für Obstkuchen macht er sich sehr gut – einfach mit etwas Wasser erwärmen und mit einem Pinsel auftragen.

Quittengelee kaufen: Wenn Selbermachen nicht drin ist

Falls du in einer Herbstsaison mal keine Zeit hast oder keine Quitten in Reichweite: Handgemachtes Quittengelee gibt es auf Wochenmärkten, in kleinen Manufakturen und in gut sortierten Feinkostläden. Bei industriellem Gelee lohnt der Blick auf die Zutatenliste – guter Quittengelee besteht aus Quittensaft, Zucker, Zitrone. Das reicht.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Wenn du das Gelee heiß in saubere Gläser abfüllst und diese sofort auf den Kopf stellst, hält es sich problemlos ein Jahr an einem dunklen, kühlen Ort. Nach dem Öffnen ins Kühlfach und innerhalb von drei bis vier Wochen aufbrauchen. Solange ein Glas geschlossen ist, ist das Gelee sehr stabil – die Kombination aus Zucker, Säure und dem Vakuum im Glas macht es zu einem sehr haltbaren Vorrat.

Ein Wort zur Quitte in der Klostertradition

Die Quitte hat in der europäischen Kulturgeschichte einen alten Platz. Hildegard von Bingen beschreibt sie in ihrer Physica, und in mittelalterlichen Klostergärten war der Quittenbaum ein selbstverständlicher Bewohner. Er ist einer der ältesten kultivierten Obstbäume Mitteleuropas. Wer im eigenen Garten Platz hat, sollte einen Quittenbaum in Betracht ziehen – sie sind pflegeleicht, langlebig und gedeihen fast überall. Nach ein paar Jahren stehst du im Oktober vor einer echten Ernte. Mehr zu Hildegards Blick auf die Küche in unserer Übersicht zur Ernährung nach Hildegard von Bingen und in unserer Rezeptsammlung nach Hildegard.

Weiterführende Inhalte

Häufige Fragen zum Quittengelee

Wie mache ich Quittengelee?

Quitten waschen, den Flaum abreiben, grob mit Kerngehäuse zerkleinern, mit Wasser weich kochen. Den Saft durch ein Tuch abtropfen lassen, mit Gelierzucker aufkochen, vier Minuten sprudelnd kochen und heiß in Gläser abfüllen. Detailliertes Rezept siehe oben.

Wie viel Gelierzucker brauche ich?

Auf 1 Liter Quittensaft: 500 g Gelierzucker 2:1 (der übliche Standard). Bei 3:1 wären es 335 g, bei 1:1 ein Kilogramm – letzteres ist heutzutage meist zu süß.

Warum wird mein Quittengelee nicht fest?

Meistens weil zu wenig gekocht wurde, zu wenig Gelierzucker verwendet oder das Kerngehäuse entfernt wurde. Zurück in den Topf, nochmal aufkochen und Pektin zufügen – meistens klappt es beim zweiten Versuch.

Muss ich Quitten schälen?

Nein. Schale und Kerngehäuse enthalten viel Pektin und Aroma – lieber dranlassen. Nur den weißen Flaum vor dem Kochen abreiben, weil der bitter ist.

Kann ich Quittengelee aus fertigem Saft machen?

Ja, das ist die schnelle Variante. 1 Liter Quittensaft, 500 g Gelierzucker 2:1, Saft einer halben Zitrone – aufkochen, vier Minuten sprudelnd kochen, abfüllen. Fertig in unter 30 Minuten.

Wie lange ist Quittengelee haltbar?

Wenn sauber abgefüllt: bis zu einem Jahr an einem dunklen, kühlen Ort. Nach dem Öffnen im Kühlschrank drei bis vier Wochen.

Was mache ich, wenn ich keinen Entsafter habe?

Die Quitten mit Wasser weichkochen und den Saft durch ein feines Passiertuch abtropfen lassen. Über Nacht Zeit lassen, nicht auspressen. Das ergibt einen kristallklaren Saft ohne technisches Gerät.

Kann ich Quittengelee im Thermomix machen?

Ja. 500 ml Saft mit 250 g Gelierzucker 2:1 im Mixtopf 10 Minuten bei 100 °C, dann 4 Minuten bei Varoma-Temperatur sprudelnd kochen. Direkt in Gläser abfüllen.

Welche Aromen passen zum Quittengelee?

Klassisch: Vanille, Zimt, Ingwer, Orange. Auch ein Schuss Calvados, Grappa oder Cognac vor dem Abfüllen wertet das Gelee auf. Weihnachtliche Varianten mit Zimt, Nelke und Sternanis funktionieren ebenfalls, sparsam dosiert.

Kann ich Quittengelee ohne Zucker machen?

Mit Apfelpektin oder Agar-Agar geht es. Weniger Zucker heißt aber deutlich kürzere Haltbarkeit – solche Gelees müssen unbedingt in den Kühlschrank und werden nicht so lange haltbar wie das klassische Rezept.

Woher bekomme ich Quitten?

Im Oktober und November auf Wochenmärkten, in gut sortierten Obstläden und bei Direktvermarktern. Wer einen Quittenbaum in der Bekanntschaft hat: fragen! Die Bäume tragen meist mehr, als eine Familie verwerten kann.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information über traditionelle Rezepte und Küchentradition.