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Immunsystem stärken – was die Klostertradition nach Hildegard von Bingen dazu sagt

Immunsystem stärken – was die Klostertradition nach Hildegard von Bingen dazu sagt

Das Thema Immunsystem ist heute in aller Munde. Supplementshops, Apotheken, Drogerien – überall wird man mit Versprechen überhäuft. Interessant ist, dass sich Menschen dabei immer öfter fragen, was eigentlich ältere Traditionen dazu zu sagen haben. Was dachte man vor 900 Jahren darüber, wie der Körper in Balance bleibt?

Hildegard von Bingen hat darauf keine Antwort im modernen Sinne gegeben – das konnte sie nicht, der Begriff „Immunsystem" ist eine Erfindung der modernen Medizin. Aber sie hatte eine sehr klare Vorstellung davon, was den Menschen in seiner Ganzheit kräftigt und was ihn schwächt. Darum geht es auf dieser Seite.

Hildegards Blick auf Gesundheit und Widerstandskraft

In Hildegards Lehre steht nicht ein einzelnes Organ oder System im Mittelpunkt, sondern der Mensch als Ganzes. Die Grundlage ihrer Überlieferung ist die sogenannte Vier-Säfte-Lehre, die sie aus der antiken Medizin übernahm und in ihrer eigenen Sprache weiterentwickelte.

Nach dieser Vorstellung hängt die Gesundheit des Menschen davon ab, dass vier Säfte – Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle – in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander, wird der Mensch anfälliger für Krankheit. Hildegard sprach in diesem Zusammenhang auch von Viriditas – der „grünen Lebenskraft", die alles Lebendige durchdringt. Mehr dazu im Blogartikel zur Viriditas.

Was wir heute „Widerstandskraft" nennen, würde Hildegard wahrscheinlich als Ausdruck dieser inneren Balance beschreiben. Und für diese Balance hatte sie konkrete Empfehlungen – vor allem in den Bereichen Ernährung, Kräuter und Lebensführung.

Ernährung als Fundament – Hildegards Grundsätze

Hildegard war überzeugt, dass die richtige Ernährung die Basis für alles andere ist. Wer sich nach ihren Grundsätzen ernährt, legt nach der Überlieferung das Fundament für eine gute Konstitution.

Einige ihrer zentralen Ernährungsprinzipien:

  • Dinkel vor Weizen: Dinkel galt Hildegard als das wertvollste Getreide überhaupt – „der beste unter den Getreiden", wie es in der Überlieferung heißt. Er war in ihrer Küche allgegenwärtig. Mehr dazu auf unserer Dinkel-Seite.
  • Mäßigung: Übermäßiges Essen galt Hildegard als eine der Hauptursachen für Ungleichgewicht. Sie empfahl Mäßigung bei allem – auch bei grundsätzlich guten Speisen.
  • Schonkost in Schwächephasen: In Zeiten, in denen der Körper Ruhe brauchte, empfahl die Überlieferung leichte, gut verträgliche Kost. Mehr dazu unter Schonkost nach Hildegard.
  • Bitterkräuter: Bitterstoffe spielten in der Klostertradition eine wichtige Rolle. Hildegard beschrieb mehrere Kräuter mit ausgeprägtem Bitterstoffgehalt als besonders wertvoll für den Organismus. Mehr dazu im Blogartikel zu den Bitterkräutern.

Wer tiefer in Hildegards Ernährungslehre einsteigen möchte, findet eine ausführliche Übersicht auf unserer Ernährungs-Seite.

Kräuter der Klostertradition – was Hildegard empfahl

Hildegard kannte und beschrieb Hunderte von Pflanzen. Einige davon tauchen in ihren Schriften besonders häufig auf, wenn es um die allgemeine Konstitution des Menschen geht. Das macht sie zu natürlichen Kandidaten für alle, die sich an der Überlieferung orientieren möchten.

Galgant

Galgant ist wohl das bekannteste Kraut der Hildegard-Tradition. Sie bezeichnet ihn als besonders wertvoll und empfiehlt ihn für viele Beschwerden. In der Überlieferung wird Galgant mit Wärme und Kraft in Verbindung gebracht. Unsere Galgant-Lutschtabletten und das Galgantwurzelpulver gehören zu den meistgefragten Produkten im Sortiment. Mehr zur Pflanze im Blogartikel zur Galgantwurzel.

Wermut

Wermut ist eine der ältesten Klosterpflanzen überhaupt. Hildegard beschreibt ihn als warm und schätzt ihn vor allem im Zusammenhang mit dem Verdauungssystem. In der Klostertradition wurde Wermut als Tonikum eingesetzt – also als allgemeines Kräftigungsmittel. Unser Bio-Wermuttrank folgt dieser Tradition. Mehr auf der Wermut-Seite.

Bertram

Bertram – im Mittelalter auch als „Speisemeister" bezeichnet – war in der mittelalterlichen Klosterküche ein wichtiges Gewürz. Hildegard schätzte ihn als wärmend und schrieb ihm eine besondere Stellung unter den Küchenkräutern zu. Unser Bertramtabletten und das Bertramwurzelpulver sind nach der Überlieferung zusammengestellt. Mehr im Blogartikel zu Bertram bei Hildegard von Bingen.

Fenchel

Fenchel findet sich in Hildegards Schriften sowohl als Küchenkraut als auch als Tee. Die Überlieferung beschreibt ihn als warm und dem Magen zuträglich – und nennt ihn als eine der Pflanzen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Mehr auf unserer Fenchel-Seite.

Andorn

Andorn ist ein klassisches Klosterkraut, das vor allem in Zusammenhang mit den Atemwegen überliefert ist. Hildegard beschreibt ihn als warm und empfiehlt ihn in verschiedenen Zubereitungsformen. Unser Andornmischkräuter-Produkt greift diese Tradition auf. Mehr im Blogartikel zu Andorn bei Hildegard.

Schafgarbe

Schafgarbe zählt zu den bekanntesten Wiesenkräutern Mitteleuropas und findet sich auch in der Überlieferung der Klostertradition. Hildegard beschreibt sie als nützlich und empfiehlt sie in verschiedenen Formen. Unser Schafgarbenkrautpulver und das geschnittene Schafgarbenkraut stehen im Sortiment bereit. Mehr im Blogartikel zur Schafgarbe.

Fasten nach Hildegard – Teil der Tradition

In der Klostertradition war Fasten kein Verzicht, sondern ein fester Bestandteil des Jahresrhythmus. Hildegard verstand Fasten als eine Form der inneren Erneuerung – körperlich wie geistig. Der Rhythmus des Kirchenjahres mit seinen Fastenzeiten gab dem Körper regelmäßige Pausen.

Wer sich an dieser Tradition orientieren möchte, findet in unserem Bereich Fasten nach Hildegard Produkte und Informationen. Den Einstieg ins Thema bietet unser Blogartikel zum Fasten nach Hildegard.

Kuren nach der Klostertradition

Neben dem täglichen Gebrauch von Kräutern kennt die Hildegard-Tradition auch das Konzept der Kur – eine bewusste Phase, in der bestimmte Pflanzen gezielt und regelmäßig eingesetzt werden. Hildegard beschrieb solche Anwendungsphasen für verschiedene Kräuter und Pflanzenkombinationen.

Wir bieten verschiedene Kurpakete an, die nach diesen Grundsätzen zusammengestellt sind:

Hildegards 6-Kräuterbitter – ein Klassiker

Kräuterbitter haben in der Klostermedizin eine lange Geschichte. Das Prinzip: Bitterstoffe verschiedener Pflanzen werden in einem Trägermedium kombiniert und als kleiner Schluck vor oder nach den Mahlzeiten eingenommen. Hildegard selbst beschrieb mehrere Pflanzen mit ausgeprägtem Bitterstoffcharakter als wertvoll.

Unser Hildegards 6-Kräuterbitter – das Original vereint sechs Kräuter der Hildegard-Tradition in einer Rezeptur, die wir seit Jahrzehnten unverändert herstellen.

Häufig gestellte Fragen

Was empfahl Hildegard von Bingen für eine gute Konstitution?

Hildegard sah eine gute Konstitution als Ergebnis eines ausgewogenen Lebens – mit der richtigen Ernährung (vor allem Dinkel, Bitterkräuter, Mäßigung), dem gezielten Einsatz von Kräutern aus der Klostertradition und regelmäßigen Fastenphasen im Rhythmus des Kirchenjahres. Einzelne Wunderpflanzen kannte ihre Lehre nicht – sie dachte in Zusammenhängen.

Welche Kräuter spielen in der Hildegard-Tradition die größte Rolle?

Galgant nimmt in der Überlieferung die herausragende Stellung ein. Daneben werden Wermut, Bertram, Fenchel, Andorn und Schafgarbe besonders häufig erwähnt. Bitterkräuter als Gruppe spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Gibt es Kuren nach Hildegard, die sich über einen bestimmten Zeitraum erstrecken?

Ja. Die Hildegard-Tradition kennt das Konzept der Kur als bewussten, zeitlich begrenzten Anwendungszeitraum. Wir bieten verschiedene Kurpakete an, die nach diesen Grundsätzen zusammengestellt sind – von der JURActiv Kur bis zur saisonalen Herbst- oder Sommerkur. Eine Übersicht findest du unter Kurpakete.

Ist Fasten nach Hildegard nur für religiöse Menschen geeignet?

Nein. Das Fasten in der Hildegard-Tradition hat zwar seinen Ursprung im klösterlichen Jahresrhythmus, lässt sich aber unabhängig von religiöser Praxis anwenden. Im Mittelpunkt steht die bewusste Pause – körperlich und geistig. Mehr dazu im Blogartikel zum Fasten nach Hildegard.

Welche Rolle spielte Bitterkräuter bei Hildegard?

Bitterstoffe hatten in der Klostertradition einen hohen Stellenwert. Hildegard beschrieb mehrere Pflanzen mit ausgeprägtem Bitterstoffcharakter – darunter Wermut und Enzian – als besonders wertvoll. Das Prinzip des Kräuterbitters als tägliche Einnahme greift diese Tradition auf. Mehr im Blogartikel zu den Bitterkräutern.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite basieren auf den überlieferten Schriften und der Klostertradition nach Hildegard von Bingen. Sie ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder Apotheker.