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Kräutertränke nach Hildegard von Bingen: die große Übersicht

Wer zum ersten Mal vor dem Regal mit den Hildegard-Tränken steht, sieht ein Dutzend Flaschen, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden. Gleiche Größe, ähnliche Etiketten, vergleichbare Preise. Die Frage, die dann kommt, ist immer dieselbe: Welcher denn nun?

Diese Seite beantwortet das – nicht über Versprechen, sondern über die Merkmale, an denen sich die Tränke tatsächlich unterscheiden: die Pflanze, aus der sie gemacht sind, ihr Geschmack, ihre Grundlage und die Frage, ob Sie einzeln probieren oder über einen längeren Zeitraum planen.

Die vier Unterscheidungsmerkmale

Bevor es an die einzelnen Produkte geht, lohnt sich der Blick auf die Kriterien. Sie machen die Auswahl deutlich einfacher, als sich durch zwölf Produktseiten zu klicken.

  • Die Pflanzenbasis. Jeder Trank ist nach der Pflanze benannt, die ihn prägt – Wermut, Petersilie, Brombeere, Hirschzunge, Wasserlinse, Maulbeere, Gundelrebe, Muskatellersalbei. Das ist das Hauptunterscheidungsmerkmal.
  • Der Geschmack. Grob teilen sich die Tränke in zwei Lager: die deutlich herben, kräuterbetonten – und die milderen, fruchtigeren. Wer zum ersten Mal probiert, startet erfahrungsgemäß besser im milderen Lager.
  • Bio oder konventionell. Ein Teil des Sortiments ist bio-zertifiziert (DE-ÖKO-006), erkennbar am „BIO" im Produktnamen.
  • Einzelflasche oder Kurpackung. Fast jeder Trank existiert in beiden Varianten. Die Kurpackung enthält sechs Flaschen und ist für einen längeren, zusammenhängenden Zeitraum gedacht.

Die Tränke im Überblick

Alle Tränke folgen derselben Machart: ein Kräuterauszug auf Basis von Wein oder Saft, abgestimmt mit weiteren Gewürzen der Klostertradition.

Trank Pflanzenbasis Geschmacksrichtung
BIO-Wermuttrank Wermutkraut Deutlich herb – der klassische Bitterton
BIO-Petersilientrank Petersilie Kräuterig, würzig
BIO-Brombeertrank Brombeerblätter, mit Ysop, Bertram und Oregano Milder, fruchtig-kräuterig
Bio-Maulbeertrank Maulbeere Fruchtig, im Sortiment einer der mildesten
Hirschzungenkräutertrank Hirschzungenfarnkraut Kräuterbetont
Wasserlinsen-Kräutertrank Wasserlinsen Grün-kräuterig
Gundelrebenkräutertrank Gundelrebenkraut, mit Muskatnuss, Basilikum und Galgant Würzig, gewürzbetont
Muskatellersalbei-Trank Muskatellersalbei Aromatisch-würzig
Brennnessel Walnuss Elixier® Brennnessel und Walnuss Herb, kräuterbetont
Juractiv Ginsengwurzel, Weißdorn und weitere Würzig – die Rezeptur mit den meisten Komponenten

Wichtiger Hinweis: Der Brennnessel Walnuss Elixier® enthält Walnuss und damit ein kennzeichnungspflichtiges Allergen aus der Gruppe der Schalenfrüchte. Bei Nussallergie ist er nicht geeignet.

Einzelflasche oder Kurpackung?

Die Faustregel ist einfach: Wer einen Trank noch nie probiert hat, kauft die Einzelflasche. Der Geschmack dieser Zubereitungen ist ungewohnt, und sechs Flaschen von etwas, das einem nicht zusagt, sind ärgerlich.

Die Kurpackungen mit sechs Flaschen sind für alle gedacht, die ihren Trank bereits kennen und über einen zusammenhängenden Zeitraum planen. Preislich lohnt sich das deutlich:

Die Bitterspezialitäten

Etwas anders gelagert sind die konzentrierten Bitterzubereitungen. Sie werden nicht wie ein Getränk in Gläsern getrunken, sondern in sehr kleinen Portionen genossen – und stehen damit in einer eigenen Kategorie.

Der Rhythmus im Jahr

In der Klostertradition waren Kräuterzubereitungen an den Jahreslauf gebunden – nicht aus Prinzip, sondern aus Praxis: Man verarbeitete, was verfügbar war, und legte Vorräte an.

Zwei Zeitpunkte sind bis heute geblieben. Das Frühjahr, traditionell die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, in der der Wermuttrank seinen festen Platz hat. Und der Herbst, nach der Ernte und vor der dunklen Jahreszeit. Wer den Jahreslauf als Rahmen nutzen möchte, findet in den Kuren nach Hildegard fertig zusammengestellte Pakete.

Was für alle Tränke gilt

  • Etikett vor allem anderen. Die Verzehrempfehlung steht auf der Flasche und ist auf die jeweilige Rezeptur abgestimmt. Angaben von einem Produkt lassen sich nicht auf ein anderes übertragen.
  • Zutatenliste vor dem ersten Kauf lesen – besonders bei bekannten Allergien und bei Unverträglichkeiten.
  • Alkoholgehalt prüfen. Ein Teil der Tränke ist weinhaltig. Die Angabe steht auf der Verpackung.
  • Kühl, dunkel und verschlossen lagern. Nach dem Öffnen gilt die auf der Packung angegebene Verwendungsdauer.
  • Bei Schwangerschaft, Stillzeit, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder bestehender Erkrankung vorher ärztlich abklären.

Häufige Fragen

Womit fange ich als Einsteiger an?

Mit einer Einzelflasche aus dem milderen Lager – etwa dem Maulbeer- oder Brombeertrank. Die herben Varianten wie Wermut sind gewöhnungsbedürftiger.

Kann ich mehrere Tränke kombinieren?

Grundsätzlich ja. Halten Sie sich dabei an die Etikettangaben des jeweiligen Produkts und klären Sie Kombinationen im Zweifel ärztlich ab.

Was ist der Unterschied zwischen Trank und Kur?

Der Inhalt ist derselbe. Die Kurpackung enthält sechs Flaschen statt einer und ist für einen zusammenhängenden Zeitraum gedacht.

Enthalten die Tränke Alkohol?

Ein Teil der Rezepturen ist weinhaltig. Die genaue Angabe finden Sie auf der jeweiligen Verpackung.

Wie lange hält eine geöffnete Flasche?

Das steht auf der Packung und unterscheidet sich je nach Rezeptur. Geöffnete Flaschen gehören kühl und gut verschlossen aufbewahrt.

Was ist bio-zertifiziert?

Die Tränke mit „BIO" im Produktnamen tragen die Kennzeichnung DE-ÖKO-006. Die übrigen sind konventionell hergestellt.

Und wenn es kein Trank sein soll

Nicht jeder mag weinhaltige Kräuterauszüge. Für den Alltag gibt es mit Dinkelkaffee eine koffeinfreie Alternative aus derselben Tradition. Den vollständigen Überblick über alle Getränke gibt die Kategorie Kräutergetränke.