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Lasea Alternative – Pflanzliche Tradition im Überblick

Lasea Alternative – Pflanzliche Tradition im Überblick

Wer „Lasea Alternative" sucht, hat meistens einen Hintergrund im Kopf: Es geht um innere Unruhe, um Stress, um Phasen, in denen das Kopfkarussell nachts einfach nicht stehen bleiben will. Lasea ist in solchen Zusammenhängen vielen Menschen ein Begriff. Bevor wir aber über Alternativen reden, lohnt sich ein kurzer, ehrlicher Blick: Was ist Lasea eigentlich – und was nicht? Und was hat die alte Klostertradition mit dem Thema zu tun?

Was Lasea eigentlich ist

Lasea ist ein zugelassenes pflanzliches Arzneimittel des Herstellers Schwabe Pharma. Enthalten ist ein spezieller Lavendelöl-Extrakt mit dem Markennamen Silexan. Wichtig dabei: Es handelt sich um ein Arzneimittel mit Zulassung – nicht um einen Tee, kein Nahrungsergänzungsmittel, kein Kraut aus dem Klostergarten. Wer eine echte „Alternative" zu einem Arzneimittel sucht, sollte deshalb am besten mit der Ärztin oder dem Apotheker sprechen.

Trotzdem suchen viele Menschen daneben oder davor nach traditionellen Pflanzen, die in der europäischen Klosterheilkunde seit Jahrhunderten ihren Platz haben. Genau darum geht es in diesem Artikel: nicht um „das Gleiche, nur anders verpackt", sondern um den traditionsreichen Hintergrund pflanzlicher Beruhigungskräuter – mit besonderem Blick auf die Schriften Hildegards von Bingen.

Die Klostertradition kennt das Thema schon lange

„Innere Unruhe" ist keine Erfindung der Moderne. Schon im Mittelalter war das Thema in den Klöstern präsent – allerdings unter anderen Begriffen. Hildegard von Bingen schreibt in ihren Werken immer wieder von „Schwermut", „Trauer des Herzens" oder einer „aus der Ordnung geratenen Seele". Ihre Antwort darauf war nie eine einzelne Pflanze, sondern ein ganzes Lebenskonzept: Tagesrhythmus, Speiseordnung, Bewegung, Gemeinschaft, Stille. Pflanzen waren ein Teil davon, kein Wundermittel.

Dieser Hintergrund ist für die ganze Frage nach „Alternativen" interessant. Die Hildegard-Tradition empfiehlt Kräuter nicht als Pille im klassischen Sinne, sondern als Bestandteil eines ausgewogenen Lebensstils. Mehr zu diesem Konzept findet sich in unserem Beitrag zur Hildegard-Lehre im Überblick.

Pflanzen mit langer Tradition bei innerer Unruhe

Im Klostergarten standen über Jahrhunderte einige Pflanzen, die in alten Schriften immer wieder im Zusammenhang mit Ruhe und Ausgleich auftauchen. Wichtig: Es geht hier um Tradition, nicht um nachgewiesene Wirkung. Was die Klosterheilkunde überliefert, ist beeindruckend reich – ersetzt aber kein Gespräch mit der Ärztin.

Pflanze Botanischer Name In der Tradition bekannt für
Lavendel Lavandula angustifolia Klassiker im Klostergarten
Melisse Melissa officinalis Zitronenduftendes Klosterkraut
Baldrian Valeriana officinalis Traditionelles Wurzelkraut
Hopfen Humulus lupulus Bestandteil von Kräutermischungen
Passionsblume Passiflora incarnata Aus der späteren Pflanzenkunde
Johanniskraut Hypericum perforatum Bei Hildegard ausführlich beschrieben

Diese Pflanzen tauchen in der Klostertradition in Kräutertees, Tinkturen und Mischungen auf. Sie sind kein Ersatz für ein zugelassenes Arzneimittel, gehören aber seit Jahrhunderten zum festen Repertoire der europäischen Pflanzenkunde.

Lavendel: der Klassiker

Beim Stichwort Lavendel zucken viele zusammen – im positiven Sinn. Der Duft ist fast jedem vertraut, ob aus dem Garten der Großmutter, aus dem Wäscheschrank oder aus der Provence. In der Klostertradition hat Lavendel einen festen Platz, von Hildegard bis in die spätere Klosterheilkunde. Hildegard widmet ihm in ihrer Physica eigene Passagen.

Wer Lavendel im Alltag traditionell einsetzen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten: Als Tee, als Lavendelblüten im Kissen, als Bestandteil von Kräuterbädern. Wichtig auch hier: Was ein Tee aus Lavendelblüten leisten kann, ist eine andere Größenordnung als ein hochkonzentrierter Arzneimittel-Extrakt. Wer mehr über Lavendel und andere klassische Pflanzen wissen möchte, findet einen Einstieg in unserem Beitrag zu Hildegard-Kräutern.

Melisse: das zitronenduftende Klosterkraut

Melisse ist eine der freundlichsten Pflanzen im Klostergarten. Wer ihre Blätter zwischen den Fingern reibt, riecht sofort frische Zitrone. Hildegard von Bingen schreibt über die Melisse, sie mache „das Herz fröhlich" – ein Satz, der bis heute gerne zitiert wird. In der Tradition ist sie als Tee weit verbreitet, oft in Mischungen mit Lavendel oder Passionsblume. Auch im berühmten „Karmelitergeist" und in vielen Klosterlikören ist Melisse Hauptbestandteil.

Mehr zur Tradition pflanzlicher Beruhigungsmischungen findet sich in unserem Beitrag zu natürlichen Beruhigungsmitteln.

Baldrian und Hopfen: das klassische Duo

Baldrian war über Jahrhunderte eines der bekanntesten Kräuter, wenn es um Ruhe und Ausgleich ging – die Wurzel mit ihrem charakteristischen Geruch (sagen wir: speziell) ist bis heute ein fester Begriff. Hopfen, in vielen Köpfen vor allem als Bierzutat verankert, hat eine ähnliche Tradition. In Klostermischungen tauchen die beiden oft gemeinsam auf, weil sich ihre Bitter- und Kräuterprofile gut ergänzen.

Auch hier gilt: Tradition heißt Tradition. Konkrete gesundheitsbezogene Aussagen sind nicht erlaubt – die kulturelle Verankerung dieser Pflanzen ist trotzdem unbestritten.

Hildegards Sicht: das Maßhalten als Schlüssel

Wenn Hildegard heute eine Rubrik in einer Zeitschrift hätte, wäre ihr Lieblingswort wahrscheinlich nicht „Beruhigung", sondern discretio – das Maßhalten. Bei ihr läuft fast alles über diesen Begriff. Wer aus der Balance gerät, soll nicht nach einem starken Mittel suchen, sondern danach, wo das Maß verloren ging: Schlaf, Speise, Bewegung, Stille, Gemeinschaft.

Diese Sicht klingt zunächst altmodisch, ist aber erstaunlich aktuell. Stress wird heute selten dadurch besser, dass man eine zusätzliche Substanz einnimmt – auch wenn das manchmal hilft. Oft wird er besser, wenn man an den Bedingungen arbeitet, unter denen er entsteht. Mehr zu Hildegards Lebenslehre in unserem Artikel zur Ernährung nach Hildegard von Bingen.

Was Hildegard und die Klostertradition empfehlen

Über die einzelnen Kräuter hinaus gibt es ein paar Grundgedanken, die in der Klostertradition immer wieder auftauchen, wenn es um innere Ruhe geht:

  • Ein geregelter Tagesablauf mit festen Ruhezeiten
  • Maßvolle, eher leichte Speisen, besonders abends
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Pausen für Stille – das berühmte Schweigen im Kloster hat hier seinen Ort
  • Gemeinschaft und vertrauensvolle Gespräche
  • Kräutertees als Begleiter, nicht als Wundermittel

Das ist keine spektakuläre Liste – aber genau das ist der Punkt. Die Tradition setzt nicht auf den großen Effekt, sondern auf das Zusammenspiel vieler kleiner Dinge.

Wann der Gang zur Ärztin der richtige Schritt ist

Bei aller Sympathie für Tradition gibt es Situationen, in denen pflanzliche Tees und Kissen nicht das Richtige sind. Wer bei sich oder Angehörigen folgendes bemerkt, sollte kein Risiko eingehen:

  • Anhaltende Schlafstörungen über mehrere Wochen
  • Starke innere Unruhe oder Angstzustände, die den Alltag einschränken
  • Niedergedrückte Stimmung, die nicht weichen will
  • Selbstzweifel oder Gedanken, die belasten
  • Begleitende körperliche Symptome wie Herzklopfen oder Atemnot

In solchen Fällen ist die Hausärztin oder eine Fachärztin die richtige Anlaufstelle. Pflanzliche Tradition ergänzt vielleicht – sie ersetzt nicht.

Was du auf hildegard.de findest

Wir bieten keine Lasea-Alternative im pharmazeutischen Sinne an – das wäre auch nicht seriös. Was du bei uns findest, sind Kräuter und Mischungen aus der Hildegard-Tradition: traditionelle Tees, überlieferte Kräuterprodukte und Hintergrundinformationen zu einer der reichsten europäischen Pflanzentraditionen. Im Kräutertee-Sortiment finden sich verschiedene überlieferte Mischungen, im Kräutersortiment einzelne Pflanzen aus der Klostertradition.

Weiterführende Inhalte

Häufige Fragen zu Lasea und pflanzlicher Tradition

Was ist Lasea?

Lasea ist ein zugelassenes pflanzliches Arzneimittel des Herstellers Schwabe Pharma mit einem speziellen Lavendelöl-Extrakt (Silexan). Es ist apothekenpflichtig. Konkrete Fragen dazu beantworten Apothekerinnen oder Ärzte am besten.

Gibt es eine Alternative zu Lasea?

Bei der Frage nach einer Alternative zu einem Arzneimittel ist die Apotheke oder Ärztin die richtige Anlaufstelle. Pflanzliche Tees und überlieferte Klosterkräuter wie Lavendel, Melisse oder Baldrian gehören in eine andere Kategorie – sie sind Teil der traditionellen Pflanzenkunde, nicht eines Arzneimittel-Sortiments.

Welche Kräuter werden in der Klostertradition mit Ruhe in Verbindung gebracht?

Klassiker sind Lavendel, Melisse, Baldrian, Hopfen und Passionsblume. Hildegard von Bingen beschreibt in ihren Schriften unter anderem die Melisse, den Lavendel und das Johanniskraut.

Was sagt Hildegard zur Melisse?

Hildegard schreibt über die Melisse einen viel zitierten Satz: Sie mache „das Herz fröhlich". In der Klostertradition ist die Melisse als Tee und Bestandteil verschiedener Klosterzubereitungen weit verbreitet.

Sind Lavendelblüten als Tee sinnvoll?

Lavendel als Tee ist in der Klostertradition seit Jahrhunderten verankert. Geschmacklich ist er gewöhnungsbedürftig – wer es milder mag, mischt mit Melisse oder Pfefferminze.

Was ist mit Baldrian?

Baldrian gehört zu den ältesten Kräutern der europäischen Pflanzenkunde. Die Wurzel hat einen markanten Geruch, an den man sich gewöhnen muss. In Mischungen mit Hopfen oder Melisse wird er traditionell als Tee oder Tinktur verwendet.

Was empfiehlt Hildegard bei innerer Unruhe?

Hildegards Konzept geht über einzelne Kräuter hinaus. Sie spricht vom discretio – dem Maßhalten – und empfiehlt einen geregelten Tagesablauf, maßvolle Ernährung, Bewegung, Stille und Gemeinschaft. Pflanzen sind dabei ein Bestandteil, kein Allheilmittel.

Wann sollte ich zur Ärztin gehen?

Bei anhaltenden Schlafstörungen, starker Unruhe, gedrückter Stimmung oder körperlichen Begleitsymptomen ist die Hausärztin die richtige Anlaufstelle. Pflanzliche Tradition ergänzt – sie ersetzt nicht.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information über pflanzliche Tradition und Klosterheilkunde. Er stellt keine medizinische oder therapeutische Empfehlung dar und ist kein Vergleich oder Ersatz für ein Arzneimittel. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt, eine Apothekerin oder eine Heilpraktikerin.